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Please use this identifier to cite or link to this item: http://hdl.handle.net/10466/9684

Title: ニーチェの抒情詩の寓意性 : 『神秘の小舟』または『夜の秘密』
Other Titles: Was es mit der Allegorik von Nietzsches Lyrik auf sich hat : Das nachtliche Geheimniss oder Der geheimnissvolle Nachen
Authors: 山本, 博志
Author's alias: YAMAMOTO, Hiroshi
Issue Date: 1-Mar-2005
Publisher: 大阪府立大学総合教育研究機構
Citation: 言語と文化. 2005, 4, p. 147-162
Abstract: Will man dem Thema auf den Grund kommen oder uberhaupt Nietzsches Schaffen gerecht werden, muss man erstens seine Kommunikationsstrategie, zweitens die Struktur des Gedichtes und drittens seine biographischen Hintergrunde zur Kenntnis nehmen: Er hat namlich etwas zu sagen und sucht angemessene Mittel, um sich dem Publikum aufgrund seiner asthetischen Theorie mitzuteilen. Anzustreben ist seines Erachtens Naturlichkeit, die sich aus dem angemessenen Verhaltnis von Form und Inhalt herausbildet. Die griechische Tragodie bzw. die griechische Beredtsamkeit, in der sich der Redner dem feinhorigen Publikum mitteilen konnte, indem er sich verwirklichte, ist nach seiner Kunstauffassung "die eigentliche Poesie" und eine der hochsten Kunstformen, die die Menschen je erreicht haben. Weil aber Nietzsche zu der Zeit der Massen-Kultur kein ideates Publikum wie das feinhorige griechische fand, ergriff er eine Kommunikationsstrategie, die schon in der antiken Rhetorik systematisch geordnet und sich in der europaischen Poetik als feste Formkonstante herausgebildet hat: obscuritas. Man zeigt sich absichtlich dunkel oder als Ratsel und provoziert das Publikum zu einem Prozess der Entratselung. In dem Gedicht zeigt sich des Verfassers Verlust der sozialen Identitat als Abkehr des lyrichen Ich von der Stadt- und Idyllenlandschaft. Den ratselhaften Charakter haben beide Titel desselben im gleichen Jahr 1882 erschienenen Gedichtes, anfanglich in Idyllen aus Messina <<Das nachtliche Geheimniss>> betitelt, sodann in Lieder des Prinzen Vogelfrei in Frohliche Wissenschaft <<Der geheimnissvolle Nachen>>, gemeinsam. Aber wieso dann die Umbennenung? Um diese Frage zu beantworten, sind noch weitere Strukturelemente aufzulisten: Formelemente wie Rhythmus, Reim u.a., Wortschatz, Metapher, Topos usw. Die Worter sind ausgesucht: Hinter jedem Wort stecken Anspielung, Assoziation, Konnotation, allegorische Bedeutung usw. Das lyrische Gedicht ist nichts anderes als ein allegorisches Gebilde, in dem der Verfasser in Gestalt vom lyrischen Ich, seinem Doppelganger, sein unsagbares Erlebnis, d.h. die inspirierte Offenbarung seines Hauptgedankens der ewigen Wiederkehr des Gleichen, einerseits zogemd verrat, weil er diesen einem feinhorigen Publikum mitteilen mochte, jedoch andererseits in ratselhafter Form versteckt, weil er damals noch nicht zuversichtlich genug war, um ihn zu veroffentlichen. Das Erlebnis war so groB, dass sich dabei das lyrische Ich Lieber an den Unsagbarkeitstpos wendet, weil es nicht fallig findet, dem Publikum denselben Gedanken kundzugeben. In diesem Gedicht begegnet uns noch eine andere Formkonstante: die Schiffahrtsmetapher, eine der beliebtesten Metaphern Nietzsches. Er bediente sich gem dieser Metapher von seiner Kindheit bis zur Spatzeit, sei es auch, dass er sie nicht so gebraucht, wie sie E.R. Curtius uns vorstellt: Er vergleicht sein Dasein sowie uberhaupt das menschliche Dasein mit einem Kahn oder einem Schiff auf dem Meer. Der von ihr hergeleitete Titel Der geheimnissvolle Nachen passte dem Verfasser, der seinen inspirierten Gedanken noch verheimlichen wollte, wesentlich besser, weil er nicht so provokativ zu wirken gedachte. Andere Formelemente sind so strukturiert, dass die Trochaen mit Katalexe am Zeilenende gemaB dem Wortsinn von Tiefe and Abgrund oder auch der ganzen Stimmung des Gedichtes fallend wirken. In diesem Zusammenhang fallen Symmetrien mit durch Zasur entstandenem Kretikus auf. Wahrend Rhythmen and Reime im ganzen regelmaBig wiederkehren, kommen in der 15. Zeile ausnahmsweise Dakthylen vor, der mit feierlicher Stimmung die Homerische Odyssee assoziiert. In summa: Der Dichter fasst das lyrische Gebilde so, dass er, uber die traditionelle sowohl hellenistisch-heidnische als auch christliche-Formkonstante verfiigend, sein Schicksal inmitten der abendlandischen Geistesgeschiche mythisch-allegorisch darzustellen. Uberblickt man ganzes Schaffen des Verfassers, so sieht man die Umbenennung ein.
URI: http://hdl.handle.net/10466/9684
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